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Solaranlage im Winter – Wie hoch ist der Ertrag wirklich?

Viele Eigenheimbesitzer fragen sich, ob eine Solaranlage im Winter überhaupt Strom erzeugt. Die Antwort ist klar: Ja, auch in den kalten Monaten produziert eine PV-Anlage Strom – wenn auch weniger als im Sommer. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Erträge Sie in Berlin und Brandenburg im Winter erwarten können und wie Sie Ihre Anlage optimal für die kalte Jahreszeit vorbereiten.

Wie hoch ist der PV-Ertrag im Winter?

Während der Wintermonate (November bis Februar) sinkt die Sonneneinstrahlung in Berlin und Brandenburg deutlich. Die tägliche Sonnenscheindauer reduziert sich auf 1–3 Stunden, und der Sonnenstand liegt bei nur 15–20° über dem Horizont. In dieser Zeit erzeugt eine typische 10-kWp-Anlage etwa 10–15 % ihres Jahresertrags. Das entspricht rund 100–150 kWh pro Monat – genug, um einen Grundbedarf zu decken.

Einflussfaktoren auf den Winterertrag

  • Sonneneinstrahlung:Die Globalstrahlung liegt im Winter bei 20–40 kWh/m² pro Monat, im Sommer bei 130–160 kWh/m².
  • Neigungswinkel: Steilere Modulneigungen (35–45°) fangen im Winter mehr Sonnenlicht ein als flachere Winkel.
  • Verschattung: Bei tiefem Sonnenstand werfen selbst niedrige Hindernisse lange Schatten. Bäume ohne Laub können durchlässiger sein, aber Gebäude und Schornsteine bleiben problematisch.
  • Schneebedeckung: Schnee auf den Modulen blockiert die Lichteinstrahlung, schmilzt aber bei dunklen Moduloberflächen oft schnell ab.
  • Temperatur:Kälte verbessert den Wirkungsgrad von Solarzellen. Pro Grad unter 25°C steigt die Leistung um ca. 0,3–0,5 %.

Solarstrom zum Heizen im Winter?

Eine Photovoltaikanlage allein reicht in der Regel nicht aus, um den Heizbedarf im Winter zu decken. In Kombination mit einer Wärmepumpe kann der Solarstrom jedoch einen Teil der Heizenergie liefern. Weitere Möglichkeiten:

  • Wärmepumpe:Nutzt Solarstrom für die Heizung und erzeugt aus 1 kWh Strom bis zu 4 kWh Wärme.
  • Infrarotheizung: Effizient für einzelne Räume, direkt mit Solarstrom betreibbar.
  • Heizstab im Warmwasserspeicher: Wandelt überschüssigen Solarstrom in warmes Wasser um.

Schneelast und Schneeräumung

Leichte Schneebedeckung beeinträchtigt die Funktion nur geringfügig – dünne Schneeschichten lassen noch Licht durch. Bei starkem Schneefall können Module jedoch vollständig bedeckt sein. Wichtige Hinweise:

  • Leichten, weichen Schnee vorsichtig mit einem weichen Besen entfernen.
  • Niemals eine Schneeschaufel oder harte Gegenstände verwenden, um Kratzer auf der Moduloberfläche zu vermeiden.
  • Dacharbeiten nur durchführen, wenn Sie erfahren und gesichert sind – Sicherheit geht vor Ertrag.
  • Module mit steilerem Neigungswinkel profitieren vom natürlichen Abrutschen des Schnees.

Verschattung im Winter minimieren

Selbst der geringste Schatten kann den Gesamtertrag erheblich verringern, besonders in den Wintermonaten, wenn die Sonne tief steht. Planen Sie Ihre Anlage so, dass auch im Dezember und Januar möglichst keine Schattenquellen die Module beeinflussen. Ein professionelles Verschattungsgutachten berücksichtigt den gesamten Jahresverlauf des Sonnenstands.

Tipps für maximalen Winterertrag

  • Module regelmäßig auf Verschmutzung und Schneebedeckung prüfen.
  • Steilere Neigungswinkel (35–45°) bevorzugen, wenn baulich möglich.
  • Einen Batteriespeicher nutzen, um den wenigen Solarstrom optimal zu verwerten.
  • Energieverbrauch in die Mittagsstunden verlagern, wenn die Sonneneinstrahlung am höchsten ist.
  • Sektorenkopplung mit Wärmepumpe oder Heizstab in Betracht ziehen.

Fazit

Eine Solaranlage lohnt sich auch im Winter. Zwar sind die Erträge in Berlin und Brandenburg in den Wintermonaten deutlich geringer als im Sommer, doch in Kombination mit einem Batteriespeicher und einer Wärmepumpe können Sie Ihren Solarstrom ganzjährig effizient nutzen. Entscheidend ist eine gute Planung, die den Wintersonnenstand berücksichtigt und Verschattung minimiert.

Hat dieses Thema Ihr Interesse geweckt? Wir beraten Sie gerne persönlich und unverbindlich zu Ihrem Solarprojekt in Berlin und Brandenburg.

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