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Metalldach und Photovoltaik

Kevin Kohlmey

Kevin Kohlmey

Photovoltaik Fachmann · Mitgründer, GFK Solar · 20. Juli 2025

Warum Metalldächer immer beliebter werden

Die Nutzung von Sonnenenergie durch Photovoltaik auf Metalldächern ist ein innovativer Ansatz, der in den letzten Jahren stark an Beliebtheit gewonnen hat. Metalldächer werden für ihre Haltbarkeit, Energieeffizienz und Vielseitigkeit geschätzt – und bieten eine robuste, langlebige Dacheindeckung, die viele Jahrzehnte überdauern kann. Besonders häufig sind sie auf Pultdächern und gewerblichen Flachdächern zu finden.

Materialien und Fertigung

Metalldächer bestehen aus verschiedenen Materialien, die jeweils unterschiedliche Eigenschaften aufweisen:

  • Stahl: Am häufigsten eingesetzt, robust und kostengünstig. Verzinkter Stahl bietet hervorragenden Korrosions- schutz.
  • Aluminium: Leicht und korrosionsbeständig, ideal für Küstenregionen und feuchte Klimazonen.
  • Kupfer: Langlebig und ästhetisch ansprechend, mit charakteristischer Patina über die Jahre.
  • Zink: Selbstheilende Oberfläche bei kleinen Kratzern, sehr langlebig.

Der Herstellungsprozess umfasst Stanzen, Schneiden und Formen. Spezielle Beschichtungen schützen das Material zusätzlich vor Rost und Witterungsschäden.

Vorteile von Metalldächern für Solaranlagen

  • Hohe Tragfähigkeit: Metalldächer tragen das Gewicht von Solarmodulen problemlos.
  • Feuerbeständigkeit: Metalldächer sind nicht brennbar und erhöhen die Gebäudesicherheit.
  • Widerstandsfähigkeit: Beständig gegen Schädlinge, Fäulnis und extreme Witterungsbedingungen.
  • Einfache Montage: Spezielle Klemmsysteme ermöglichen eine durchdringungsfreie Befestigung der Module.
  • Reflexion: Die helle Oberfläche reflektiert Sonnenlicht und hält das Gebäude kühler.
12 kWp Photovoltaik-Anlage auf anthrazitfarbenem Stehfalz-Metalldach mit silbergerahmten Modulen in Altlandsberg (Neubau)
Referenzprojekt: 12 kWp Stehfalz-Metalldach in Altlandsberg

Montagesysteme für Metalldächer

Für die Installation von Solarmodulen auf Metalldächern stehen verschiedene Systeme zur Verfügung:

  • Stehfalzklemmen: Klemmen greifen direkt an den Stehfalzen des Dachs – ohne Bohren oder Verschrauben.
  • Trapezblechbefestigung: Spezielle Schrauben und Dichtungen für die Montage auf Trapezblechen.
  • Schienensysteme: Universelle Montageschienen, die auf verschiedene Metalldachtypen angepasst werden können.

Kosten und Wirtschaftlichkeit

Die Preise für ein Metalldach mit Solaranlage variieren je nach Dachgröße, Materialtyp und Region. Ein Stehfalzdach aus Zink kostet zwischen 80 und 120 Euro pro Quadratmeter, während Aluminium bei 60 bis 90 Euro liegt. Hinzu kommen die Kosten für die Photovoltaikanlage selbst – bei einer 10-kWp-Anlage typischerweise 12.000 bis 16.000 Euro (bei 0 % MwSt.).

Durch die Integration einer Solaranlage erzeugen Eigentümer umweltfreundlichen Strom, senken ihre Energiekosten und können Überschussstrom gegen Vergütung ins Netz einspeisen – eine hervorragende Kombination aus Langlebigkeit und Nachhaltigkeit. Die richtige Ausrichtung und Neigung bleibt auch beim Metalldach entscheidend — mehr dazu im Ratgeber zur Ausrichtung und Neigung der Solaranlage.

Besonderheiten bei der Montage auf Metalldächern

Die Installation von Photovoltaik auf Metalldächern unterscheidet sich grundlegend von der Montage auf Ziegeldächern. Der größte Vorteil: Bei Stehfalzdächern ist eine durchdringungsfreie Montage möglich. Das bedeutet, dass keine Löcher in die Dachhaut gebohrt werden müssen, wodurch das Risiko von Undichtigkeiten auf ein Minimum sinkt.

Bei Trapezblech- und Wellblechdächern werden dagegen spezielle Stockschrauben mit EPDM-Dichtungen verwendet, die eine zuverlässige Abdichtung gewährleisten. Wichtig ist hierbei, dass die Schrauben in den Hochsicken (nicht in den Tiefsicken) gesetzt werden, um Wasseransammlungen an den Befestigungspunkten zu vermeiden.

Thermische Aspekte und Kühlung

Metalldächer können sich im Sommer stark aufheizen, was die Leistung der Solarmodule beeinflusst. Pro Grad Celsius über der Standard-Testtemperatur von 25 °C verlieren kristalline Module etwa 0,3 bis 0,4 % ihrer Nennleistung. Aufgeständerte Montagesysteme mit ausreichend Hinterlüftung (mindestens 10 cm Abstand zur Dachoberfläche) sorgen für eine bessere Luftzirkulation und können den Ertragsverlust um bis zu 5 % reduzieren.

Lebensdauer und Wartung

Die Kombination aus Metalldach und Photovoltaik ist besonders wartungsarm. Metalldächer haben eine Lebensdauer von 40 bis 70 Jahren (je nach Material), während Solarmodule mindestens 25 bis 30 Jahre zuverlässig arbeiten. Da bei einer Stehfalzmontage keine Dachdurchdringungen erforderlich sind, entfallen regelmäßige Dichtigkeitsprüfungen der Befestigungspunkte. Empfehlenswert ist lediglich eine jährliche Sichtprüfung der Klemmen und Kabelverbindungen.

Praxistipp für Berlin und Brandenburg

In der Region Berlin/Brandenburg sind Metalldächer vor allem bei Gewerbegebäuden, Garagen und modernen Neubauten verbreitet. Besonders bei Flachdachkonstruktionen mit Trapezblech lohnt sich die Kombination mit Ost-West-aufgeständerten Solarmodulen, da so die verfügbare Dachfläche optimal genutzt wird. Einen Blick auf umgesetzte Projekte werfen Sie in unseren Referenzen — oder nutzen Sie direkt unseren Konfigurator, um die passende Lösung für Ihr Metalldach zu finden.

Häufige Fragen zum Metalldach mit Photovoltaik

Kann ich Solarmodule ohne Dachdurchdringung auf einem Metalldach montieren?

Ja — bei Stehfalzdächern kommen Klemmsysteme zum Einsatz, die direkt am Falz greifen. Es werden keine Löcher gebohrt, das Risiko von Undichtigkeiten entfällt vollständig. Bei Trapez- oder Wellblech sind dagegen Stockschrauben mit EPDM-Dichtungen nötig, die in den Hochsicken gesetzt werden, um Wasseransammlungen zu vermeiden.

Heizt sich ein Metalldach nicht zu stark für Solarmodule auf?

Metalldächer können im Sommer sehr heiß werden. Pro Grad über 25 Grad Celsius verlieren kristalline Module 0,3 bis 0,4 Prozent ihrer Nennleistung. Aufgeständerte Montage mit mindestens 10 cm Abstand zur Dachoberfläche sorgt für gute Hinterlüftung und reduziert den Ertragsverlust um bis zu 5 Prozent gegenüber dachbündiger Montage.

Welches Metalldach-Material hält am längsten?

Zink und Kupfer bieten mit 50 bis 70 Jahren die längste Lebensdauer. Aluminium hält 40 bis 50 Jahre und ist besonders korrosionsbeständig. Verzinkter Stahl erreicht 30 bis 40 Jahre und ist die günstigste Variante. Alle Materialien überdauern die Lebensdauer einer Solaranlage (25 bis 30 Jahre) problemlos.

Ist die Kombination Metalldach plus PV wartungsarm?

Ja, besonders bei Stehfalzmontage. Da keine Dachdurchdringungen vorhanden sind, entfallen regelmäßige Dichtigkeitsprüfungen. Empfohlen wird nur eine jährliche Sichtprüfung der Klemmen und Kabelverbindungen. Zusammen mit der langen Dachlebensdauer ergibt das eine nahezu wartungsfreie Gesamtlösung.

Hat dieses Thema Ihr Interesse geweckt? Wir beraten Sie gerne persönlich und unverbindlich zu Ihrem Solarprojekt in Berlin und Brandenburg.

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