Eine Wärmepumpe verbraucht Strom — eine Photovoltaikanlage produziert Strom. Wer beides kombiniert, heizt mit selbst erzeugter Energie und senkt Heiz- und Stromkosten gleichzeitig. In Berlin und Brandenburg, wo bei optimaler Ausrichtung 950 bis 1.100 kWh pro kWp und Jahr erzielt werden, ist diese Kombination besonders wirtschaftlich.
Aber: Die richtige Auslegung der PV-Anlage entscheidet über die Wirtschaftlichkeit. Eine zu kleine PV deckt den WP-Strombedarf nur teilweise — Sie zahlen weiter Netzstrom. Eine zu große PV produziert mehr Überschuss, als Sie nutzen können — und die Einspeisevergütung ist mit 7,86 ct/kWh deutlich niedriger als der Eigenverbrauchs-Wert. Diese Seite hilft Ihnen, die optimale Größe zu finden.
Warum sich PV + Wärmepumpe lohnt
Wärmepumpen verbrauchen typisch 3.500–6.000 kWh Strom pro Jahr in einem Einfamilienhaus — zusätzlich zum normalen Haushaltsstrom (~4.500 kWh). Ohne PV bedeutet das eine Stromrechnung von 2.800 € bis 3.700 € pro Jahr (bei 35 ct/kWh).
Mit einer ausreichend dimensionierten PV-Anlage und einem Speicher decken Sie typischerweise 50 bis 70 % dieses Gesamtverbrauchs selbst. Konkret bedeutet das:
- Stromkostenersparnis: 1.500 bis 2.500 € pro Jahr
- Eigenverbrauchsanteil ohne Speicher: 30–40 % (PV produziert tagsüber, WP läuft auch nachts)
- Eigenverbrauchsanteil mit Speicher: 60–75 % (Abend-/Nachtstunden gepuffert)
- Mit smarter SG-Ready-Steuerung: +10 bis +20 Prozentpunkte zusätzlich
Wie groß muss die PV-Anlage für eine Wärmepumpe sein?
Faustregel: pro 1.000 kWh Wärmepumpen-Strombedarf etwa 1,5 kWp PV-Leistung zusätzlich zum Haushaltsstrom. Mit dieser Faustformel liegen Sie bei einem typischen EFH mit Wärmepumpe meist bei 10–15 kWp PV-Gesamtleistung.
| Szenario | WP-Strombedarf | Empfohlene PV | Empfohlener Speicher |
|---|
| Single/Paar, kleines EFH (90 m²) | ~3.000 kWh | 8 kWp | 5–8 kWh |
| Vier-Personen-EFH (140 m²) | ~4.500 kWh | 10 kWp | 8–10 kWh |
| Großes EFH mit Pool/Sauna (180 m²) | ~6.000 kWh | 12 kWp | 10–12 kWh |
| EFH + WP + E-Auto (140 m²) | ~4.500 kWh + 2.500 kWh | 13 kWp | 10–15 kWh |
Den genauen Wert für Ihr Haus berechnen Sie mit unserem Dimensionierungs-Assistent direkt unten. Schalten Sie dort den „Wärmepumpe geplant"-Button ein und Sie erhalten eine präzise PV- und Speicher-Empfehlung.
Was kostet eine PV-Anlage für eine Wärmepumpe?
Die PV-Anlage allein für einen Wärmepumpen-Betrieb kostet schlüsselfertig (inkl. Modulen, Wechselrichter, Speicher, Montage, Netzanmeldung):
| Konfiguration | Preis ohne Speicher | Preis mit Speicher |
|---|
| 8 kWp + 8 kWh | 11.000–13.000 € | 13.500–16.000 € |
| 10 kWp + 10 kWh | 12.000–15.000 € | 15.000–18.000 € |
| 12 kWp + 12 kWh | 15.000–18.000 € | 18.000–22.000 € |
| 15 kWp + 15 kWh | 17.000–21.000 € | 21.000–25.000 € |
Alle Preise mit 0 % Mehrwertsteuer (§ 12 Abs. 3 UStG). In Berlin reduziert die SolarPLUS-Förderung der IBB den Eigenanteil zusätzlich um bis zu 3.750 € (300 €/kWh Speicher + 750 € Zählerschrank-Pauschale bei 10 kWh).
Die Wärmepumpe selbst ist nicht in diesen Preisen enthalten und liegt typisch bei 18.000–35.000 € (je nach Typ, Heizleistung und Komplexität). Für die WP-Installation arbeiten Sie mit einem Heizungsbauer; die Förderung über BAFA/KfW kann bis zu 70 % der WP-Kosten abdecken.
Mit oder ohne Speicher?
Bei der Kombination PV + Wärmepumpe ist ein Stromspeicher klar empfohlen. Grund: Die WP läuft typischerweise abends und nachts (wenn die Wärme gebraucht wird), während die PV tagsüber produziert. Ohne Speicher fließt der PV-Überschuss tagsüber ins Netz (für 7,86 ct/kWh) und Sie kaufen abends Netzstrom für 35 ct/kWh zurück — ein Verlustgeschäft.
Mit einem 8–12-kWh-Speicher steigt der Eigenverbrauchsanteil von ~30 % auf ~70 %. Detaillierte Speicher-Auslegung finden Sie auf unserer Seite zur Solaranlage mit Speicher.
Saisonale Realität: PV im Winter
Eine ehrliche Wahrheit, die selten kommuniziert wird: Im Dezember/Januar produziert eine PV-Anlage in Berlin nur etwa 5–10 % ihres Sommer-Ertrags — genau dann, wenn die Wärmepumpe am meisten Strom braucht. Eine PV kann eine Wärmepumpe deshalb nicht im Winter komplett versorgen.
Realistisch über das Gesamtjahr betrachtet:
- Sommerhalbjahr (April–September): 80–95 % des WP-Strombedarfs aus PV (geringer Wärmebedarf, viel Sonne)
- Winterhalbjahr (Oktober–März): 15–35 % des WP-Strombedarfs aus PV
- Jahresdurchschnitt: 50–65 % Eigenversorgung mit Speicher
Das ist trotzdem ein riesiger Hebel — der Rest läuft über Netzstrom und ist immer noch günstiger als reines Heizöl oder Gas, weil die Wärmepumpe pro kWh Strom 3–5 kWh Wärme erzeugt (Jahresarbeitszahl JAZ = 3–5).
SG-Ready: Wärmepumpe und PV intelligent koppeln
SG-Ready (Smart Grid Ready) ist eine standardisierte Schnittstelle, mit der Wärmepumpe und PV-System miteinander kommunizieren. Das System „weiß", wann PV-Überschuss anfällt, und steuert die WP entsprechend:
- Bei viel Sonne: WP läuft mit höherer Leistung, lädt den Heizpuffer-Speicher auf höhere Temperatur (Wärme-Vorrat)
- Bei wenig Sonne: WP fährt zurück, verbraucht nur das nötige Minimum
- Effekt: +10 bis +20 Prozentpunkte Eigenverbrauchsanteil
Fast alle modernen Wärmepumpen ab Baujahr 2020 sind SG-Ready-fähig. Wir richten in unseren PV-Installationen die Steuerung so ein, dass SG-Ready-WPs automatisch optimal eingebunden werden.
20-Grad-Regel und PV-Auslegung
Die 20-Grad-Regel für Wärmepumpen besagt: Die Differenz zwischen Vorlauftemperatur und Außentemperatur sollte möglichst nicht mehr als 20 °C betragen — sonst sinkt die Effizienz (JAZ) deutlich. Konkret heißt das:
- Niedrigtemperatur-Heizung (Fußboden, ~32 °C Vorlauf): WP arbeitet effizient, JAZ 3,5–5,0, geringer Strombedarf
- Heizkörper mittlerer Vorlauf (~45 °C): JAZ 3,0–3,5, mittlerer Bedarf
- Alte Heizkörper (60+ °C Vorlauf): JAZ unter 3,0, hoher Bedarf — WP-Sanierung problematisch
Für die PV-Auslegung relevant: Häuser mit Niedrigtemperatur-Heizung brauchen 30–40 % weniger PV-Leistung für die WP als Häuser mit klassischen Heizkörpern. Wir berücksichtigen das in unserer Beratung.
Förderung in Berlin und Brandenburg
Für die PV-Anlage
Bundesweit: 0 % Mehrwertsteuer für Anlagen bis 30 kWp (§ 12 Abs. 3 UStG, Jahressteuergesetz 2022). In Berlin zusätzlich: SolarPLUS der IBB mit Pauschalzuschüssen für PV-Anlagen mit Speicher (z. B. 2.500 € bei 10 kWp + 750 € Zählerschrank-Pauschale + bis zu 3.000 € für 10 kWh Speicher). Details in unserer Förderübersicht.
Für die Wärmepumpe
Über die BAFA / KfW (BEG-EM) bis zu 70 % Förderung der WP-Investition: 30 % Grundförderung + 5 % Klimageschwindigkeits-Bonus + bis zu 30 % Einkommens-Bonus + 5 % Effizienz-Bonus. Diese Förderung beantragt Ihr Heizungsbauer für Sie. Wichtig: BAFA-Antrag muss VOR Beauftragung gestellt werden.
Reihenfolge: Erst PV oder erst Wärmepumpe?
Wenn beides geplant ist, empfehlen wir:
- WP-Planung zuerst mit dem Heizungsbauer (Heizlast-Berechnung, JAZ-Schätzung, WP-Modell-Auswahl)
- PV-Auslegung danach, basierend auf konkretem WP-Strombedarf
- Installation in beliebiger Reihenfolge, idealerweise mit wenigen Wochen Abstand
Falls die WP erst später kommt (z. B. wenn der alte Kessel noch ein paar Jahre läuft), legen wir die PV mit Reserve aus — z. B. 12 statt 8 kWp. Eine spätere WP-Installation ist dann ohne PV-Erweiterung möglich.
In 6 Schritten zur PV-Anlage für Ihre Wärmepumpe
So läuft ein Projekt bei GFK Solar ab:
- WP-Verbrauchs-Analyse — wir ermitteln den Strombedarf Ihrer (geplanten oder bestehenden) Wärmepumpe basierend auf Heizlast und JAZ
- PV + Speicher dimensionieren — Faustregel + Dachflächen-Check, optional via Satelliten-Dachcheck
- Festpreis-Angebot — transparent, inkl. SolarPLUS-Förderung und Wirtschaftlichkeitsberechnung
- Förderantrag & Netzanmeldung — SolarPLUS bei IBB, Anmeldung bei Stromnetz Berlin / E.DIS / EWE
- Montage in 2–4 Tagen — eigene Fachkräfte, keine Subunternehmer
- Inbetriebnahme + SG-Ready-Steuerung — wir konfigurieren das Energiemanagement so, dass die WP PV-Strom bevorzugt nutzt
Was GFK Solar für Sie übernimmt — und was nicht
Was wir machen:
- PV-Anlagen-Planung optimal ausgelegt auf Ihre WP
- Hardware-Auswahl (Module, Wechselrichter, Batteriespeicher)
- Komplette Installation der PV-Anlage und des Speichers
- Anschluss an die WP-Steuerung (SG-Ready)
- Förderantrag SolarPLUS
- Netzanmeldung & Inbetriebnahme
Was wir NICHT machen:
- Wärmepumpen-Installation (das übernimmt Ihr Heizungsbauer)
- BAFA-Antrag für die Wärmepumpen-Förderung (auch über den Heizungsbauer)
- Heizlast-Berechnung Ihres Hauses (Energieberater oder Heizungsbauer)
Das ist bewusst so aufgestellt: Wir sind Spezialisten für Photovoltaik und konzentrieren uns auf das, was wir am besten können. Für die Wärmepumpe selbst empfehlen wir, einen erfahrenen Heizungsbauer in Berlin/Brandenburg zu wählen — gerne mit Empfehlung von uns.
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