Solar-Karte Deutschland 2026: Wir haben alle 5,96 Mio PV-Anlagen ausgewertet

Solar-Karte Deutschland — Auswertung Marktstammdatenregister 2026
Kevin Kohlmey

Kevin Kohlmey

Photovoltaik Fachmann · Mitgründer, GFK Solar

Die Bundesnetzagentur veröffentlicht im Marktstammdatenregister (MaStR) jede einzelne Solaranlage in Deutschland — vom Balkonkraftwerk bis zum 162-MWp-Solarpark. Wir haben den kompletten Datensatz heruntergeladen und ausgewertet: 5.957.309 PV-Einheiten in Betrieb mit zusammen 122,4 GWp installierter Leistung.

Das Ergebnis ist eine interaktive Solar-Karte für ganz Deutschland: Pro-Kopf-Choropleth nach Bundesländern, mit Drilldown auf die 401 Landkreise und 12 Berliner Bezirke. Plus über 300.000 einzelne Pins für Anlagen ab 30 kWp — auf den exakten Hausnummer-Koordinaten, die im MaStR öffentlich sind.

Vorab die sieben spannendsten Erkenntnisse — alle direkt aus den Daten der Bundesnetzagentur abgeleitet, ohne Rundungstricks und ohne Marketing-Filter.

Interaktive Version

Klicken Sie sich selbst durch die Karte

Alle 16 Bundesländer, 401 Landkreise und 12 Berliner Bezirke per Klick erkunden — plus über 300.000 Pins der größten PV-Anlagen Deutschlands.

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1. Brandenburg ist Pro-Kopf-Solar-König

Wenn man die installierte Leistung pro 1.000 Einwohner vergleicht, ist das Bild eindeutig: die östlichen Flächenländer liegen vorn, die Stadtstaaten weit hinten.

  • Brandenburg: 3.657 kWp / 1.000 Einwohner — Spitze
  • Mecklenburg-Vorpommern: 3.262 kWp / 1.000 Einwohner
  • Sachsen-Anhalt: 2.820 kWp / 1.000 Einwohner
  • Bayern: 2.487 kWp / 1.000 Einwohner — größtes Bundesland absolut
  • Berlin: 138 kWp / 1.000 Einwohner — Schlusslicht

Brandenburg liegt damit faktisch 27-fach über Berlin — innerhalb derselben Metropolregion. Der Grund: Flächenland mit niedriger Einwohnerdichte und vielen Freiflächen-Solarparks vs. dichte Großstadt mit wenig nutzbarer Dachfläche pro Person.

2. Märkisch-Oderland ist Deutschlands Solar-Hauptstadt

Auf Landkreis-Ebene wird das Bild noch klarer. Der unangefochtene Spitzenreiter ist Märkisch-Oderland (Brandenburg) mit 1,47 GWp installierter Leistung. Drei der zehn größten Solar-Landkreise Deutschlands liegen im Osten oder Norden:

  1. Märkisch-Oderland (BB) — 1,47 GWp · 16.187 Anlagen
  2. Mecklenburgische Seenplatte (MV) — 1,45 GWp · 15.147 Anlagen
  3. Leipzig (SN) — 1,24 GWp · 20.442 Anlagen
  4. Ludwigslust-Parchim (MV) — 1,24 GWp · 15.252 Anlagen
  5. Emsland (NI) — 1,04 GWp · 45.329 Anlagen

Auffällig: GFK Solar sitzt in Hoppegarten, das gehört zum Landkreis Märkisch-Oderland. Wir installieren also exakt im Top-Landkreis Deutschlands — diese Datenkenntnis fließt in jede Anlage, die wir hier bauen, mit ein. Wir wissen, welche Hochspannungsleitungen wo liegen, welche Netzbetreiber aktuell überlastet sind und welche Förderprogramme gerade wieder aufgelegt wurden.

3. Die größten Solarparks Deutschlands

Mit den im MaStR öffentlich gemachten Adresskoordinaten lässt sich auch ein Ranking der größten Einzelanlagen erstellen. Spitzenreiter sind:

  • Böhlen (Sachsen) — 162,3 MWp, in Betrieb seit 2024
  • Neuhardenberg (Brandenburg, MOL) — 153,1 MWp, seit 2022, mit Speicher
  • Neutrebbin (Brandenburg, MOL) — 151,0 MWp, seit 2022, mit Speicher
  • Neukieritzsch (Sachsen) — 144,8 MWp, seit 2024
  • Neukieritzsch (Sachsen) — 109,7 MWp, seit 2023

Drei der zehn größten Solarparks Deutschlands stehen in Märkisch-Oderland. Ein einzelner Brandenburger Landkreis hostet damit mehr Solar-Megawatt in Großanlagen als manche Bundesländer im Süden.

Tipp: Die größten Solarparks lassen sich auf der interaktiven Karte als einzelne Pins anklicken — mit Hausnummer-genauem Standort, Inbetriebnahmedatum und Speicher-Info aus dem Marktstammdatenregister.

4. Berlin: Marzahn schlägt Mitte um Faktor 8

Berlin als Bundesland liegt deutschlandweit beim Pro-Kopf-Ranking abgeschlagen letzter — aber innerhalb der Stadt ist das Bild dramatisch unterschiedlich. Wir haben anhand der PLZ-Zuordnung die 12 Berliner Bezirke aufgesplittet:

  • Marzahn-Hellersdorf: 81,7 MWp · 9.019 Anlagen — Berlin-Champion
  • Treptow-Köpenick: 74,5 MWp · 8.892 Anlagen
  • Pankow: 60,4 MWp · 8.257 Anlagen
  • Steglitz-Zehlendorf: 53,9 MWp · 6.569 Anlagen
  • Mitte: 15,7 MWp · 1.121 Anlagen
  • Friedrichshain-Kreuzberg: 10,0 MWp · 1.524 Anlagen — Berliner Schlusslicht

Dass die Plattenbau-Außenbezirke Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick die innerstädtischen Trend-Bezirke mit Faktor 5 bis 8 schlagen, ist eine lokal überraschende Geschichte. Plattenbau-Dächer sind in der Bewirtschaftung schlicht effizienter und die Wohnungseigentümergemeinschaften dort haben in den letzten Jahren mehrheitlich Solaranlagen beschlossen — während in Mitte und Kreuzberg viele denkmalgeschützte oder eigentumsrechtlich zerstückelte Altbauten stehen.

5. Solarspitzengesetz hat den Ausbau gebremst

Seit dem 25. Februar 2025 gilt das Solarspitzengesetz: Neue PV-Anlagen ohne intelligentes Messsystem dürfen nur noch 60 % ihrer Wirkleistung einspeisen. Bei negativen Börsenpreisen entfällt die EEG-Vergütung für die betroffenen Stunden komplett. Die Hoffnung des Gesetzgebers: bessere Netzstabilität, mehr Anreize für Speicher und smarte Steuerung.

Die Daten zeigen aber klar: im ersten Jahr nach Inkrafttreten brach der Ausbau in fast allen Bundesländern ein. Jahresvergleich Inbetriebnahmen ≥ 30 kWp:

  • Bayern: −22 % (von 198.848 auf 154.267 Anlagen)
  • Thüringen: −21 %
  • Sachsen-Anhalt: −16 %
  • Nordrhein-Westfalen: −16 %
  • Berlin: −11 %
  • Deutschland gesamt: −17 %
  • Hamburg: +5 % — einziges Bundesland mit Wachstum

Update Mai 2026: Der Crash schlägt voll durch

Mit der ersten Hälfte 2026 in den Daten zeigt sich das Bild noch dramatischer. Vergleicht man den gleichen Zeitraum (Januar bis Mai) Jahr für Jahr, sieht man, dass 2025 nur ein Übergangsjahr war — die Inbetriebnahmen lagen Jan–Mai 2025 noch leicht über 2024 (+4 %), weil viele Anlagen aus 2024 nachgemeldet wurden:

  • Jan–Mai 2024: 10.138 Anlagen ≥ 30 kWp
  • Jan–Mai 2025: 10.560 Anlagen (+4 % YoY — Solarspitzengesetz griff erst ab 25. Februar)
  • Jan–Mai 2026: 4.899 Anlagen (−54 % YoY) — der Voll-Effekt

Mehr als eine Halbierung im gleichen Zeitraum — der Solarausbau im gewerblichen Segment ist 2026 brutal eingebrochen. Mehr zum Solarspitzengesetz lesen Sie in unserem ausführlichen Solarspitzengesetz-Ratgeber.

6. Hamburg ist heimlicher Speicher-Pionier

Beim Anteil von Anlagen mit Batteriespeicher erlebt man eine echte Überraschung: Hamburg führt mit 45,8 %. Ausgerechnet ein Stadtstaat, in dem das Pro-Kopf-Solar-Volumen klein ist, hat den höchsten Speicher-Anteil. Es folgen Brandenburg (41,4 %), Niedersachsen (40,9 %), Bremen (40,9 %) und Berlin (39,7 %).

Die Erklärung dürfte teils im Anlagenprofil liegen: in Großstädten dominieren kleinere private PV-Anlagen, die häufiger mit Speicher kombiniert werden. In Bayern und Baden-Württemberg liegt der Anteil deutlich niedriger (~35 %), weil dort viele große Freiflächenanlagen ohne Speicher mitgezählt werden.

7. 122 GWp installiert — und der größte Hebel liegt im Bestand

Eine letzte Erkenntnis aus der Datenanalyse: Deutschland hat mit 122,4 GWp ein riesiges Solar-Bestand. Aber: die Verteilung über die Anlagentypen ist sehr ungleich.

  • Anlagen ≥ 30 kWp (gewerblich + Solarpark): 303.303 Stück, ca. 65 % der Gesamtleistung
  • Anlagen 10 bis 30 kWp (klassisches Eigenheim): rund 4 Mio Stück
  • Anlagen unter 10 kWp (Balkonkraftwerk + Mini-PV): rund 1,6 Mio Stück

Der Engpass beim weiteren Ausbau ist nicht mehr die Anzahl, sondern der Eigenverbrauchsanteil und die Netzdienlichkeit der bestehenden Anlagen. Genau hier setzen dynamische Stromtarife mit KI-Steuerung an — siehe unseren Beitrag zu dynamischen Stromtarifen und KI-Steuerung 2025/26.

Methodik und Datenquelle

Datengrundlage ist der vollständige Bulk-Export des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur, Stand 8. Mai 2026. Wir filtern auf Anlagen mit Status „in Betrieb" und Energieträger „Solar" und aggregieren auf Bundesland-, Landkreis- und Postleitzahl-Ebene.

Die Roh-Daten unterliegen der Datenlizenz Deutschland — Zero 2.0 (kommerzielle Nutzung erlaubt). Unsere Auswertung, die Aggregations-Pipeline und die Karten-Darstellung sind unter CC BY 4.0 veröffentlicht — Sie dürfen Inhalte und Datensätze gerne weiterverwenden, unter Angabe der Quelle und mit Backlink auf gfk-solar.de/solar-karte-deutschland.

Die Auswertung wird monatlich aktualisiert, sobald die Bundesnetzagentur einen neuen Bulk-Export veröffentlicht.

Häufige Fragen

Welcher Landkreis hat in Deutschland die meiste Photovoltaik installiert?

Märkisch-Oderland in Brandenburg ist mit 1,47 GWp installierter Photovoltaik-Leistung der führende Landkreis Deutschlands. Auf Platz 2 folgt die Mecklenburgische Seenplatte (1,45 GWp), auf Platz 3 Leipzig (1,24 GWp).

Welches Bundesland hat den höchsten Solarausbau pro Kopf?

Brandenburg ist mit 3.657 kWp pro 1.000 Einwohner Pro-Kopf-Spitzenreiter Deutschlands. Es folgen Mecklenburg-Vorpommern (3.262 kWp), Sachsen-Anhalt (2.820 kWp) und Bayern (2.487 kWp).

Wie groß ist der größte Solarpark Deutschlands?

Der größte aktive Photovoltaik-Solarpark Deutschlands steht in Böhlen bei Leipzig mit 162 MWp Leistung, in Betrieb seit 2024. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen Neuhardenberg und Neutrebbin in Brandenburg, beide 151–153 MWp, in Betrieb seit 2022.

Wie viele Solaranlagen hat Deutschland insgesamt?

Stand Mai 2026 sind in Deutschland 5.957.309 Photovoltaik-Einheiten in Betrieb, mit zusammen 122,4 GWp installierter Leistung. 35,5 Prozent davon sind mit einem Batteriespeicher kombiniert.

Hat das Solarspitzengesetz den Ausbau verlangsamt?

Ja, deutlich. Im Jahr 2025 (erstes Jahr nach Inkrafttreten am 25. Februar 2025) gingen die Neuinbetriebnahmen in Deutschland um über 17 Prozent zurück. Bayern verlor 22 Prozent, Thüringen 21 Prozent, NRW 16 Prozent. Nur Hamburg legte zu (+5 Prozent).

In welchem Berliner Bezirk ist am meisten Photovoltaik installiert?

Marzahn-Hellersdorf ist Berlins Solar-Champion mit 81,7 MWp installierter Leistung auf 9.019 Anlagen. Es folgen Treptow-Köpenick (74,5 MWp) und Pankow (60,4 MWp). Mitte (15,7 MWp) und Friedrichshain-Kreuzberg (10,0 MWp) sind die Schlusslichter — Faktor 8 weniger als Marzahn-Hellersdorf.

Karte selbst erkunden

Alle hier gezeigten Daten sind in einer interaktiven Karte mit Drilldown von Bundesland auf Landkreis und Berlin-Bezirk verfügbar. Plus über 300.000 einzelne Pins für Anlagen ab 30 kWp, exakt verortet auf Basis der MaStR-Adresskoordinaten.

→ Solar-Karte Deutschland 2026 öffnen

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