Strompreis verstehen: Börse, negative Preise, dynamische Tarife
Was ist der Börsenstrompreis?
Der Börsenstrompreis ist der Großhandelspreis, zu dem Stromerzeuger und Händler an der Strombörse EPEX SPOT Strom für den nächsten Tag handeln. Maßgeblich ist die Day-Ahead-Auktion für die Gebotszone Deutschland-Luxemburg: Sie schließt täglich um 12 Uhr, gegen 13 Uhr stehen die Preise für jede Viertelstunde des Folgetags fest. Für Haushalte ist er nur ein Baustein des Strompreises — dazu kommen Netzentgelte, Umlagen, Steuern, die Marge des Anbieters und die Mehrwertsteuer.
Warum gibt es Strompreise nur bis morgen?
Weil die Day-Ahead-Auktion immer nur den nächsten Tag versteigert. Bis die Preise für morgen gegen 13 Uhr veröffentlicht sind, sehen Sie hier nur den heutigen Tag. Alles, was weiter in die Zukunft reicht, wären Prognosen auf Basis von Wetter- und Lastvorhersagen — die zeigen wir bewusst nicht, weil sie oft deutlich danebenliegen.
Warum gibt es negative Strompreise?
Negative Preise entstehen, wenn mehr Strom erzeugt wird, als gerade verbraucht oder exportiert werden kann — typischerweise an sonnigen, windigen Tagen um die Mittagszeit, an Wochenenden und Feiertagen. Konventionelle Kraftwerke lassen sich nicht beliebig schnell drosseln und ältere Wind- und Solaranlagen erhalten ihre Vergütung unabhängig vom Marktpreis. Dann zahlen Verkäufer dafür, dass jemand den Strom abnimmt. Seit Jahresbeginn gab es bereits 460 Stunden mit negativem Börsenpreis.
Was bringt ein dynamischer Stromtarif?
Mit einem dynamischen Tarif zahlen Sie für jede Viertelstunde bzw. Stunde den Börsenpreis plus feste Aufschläge. Lohnend ist das vor allem, wenn Sie große Verbräuche verschieben können — E-Auto, Wärmepumpe, Batteriespeicher. Seit 2025 muss jeder Stromlieferant einen dynamischen Tarif anbieten; Voraussetzung ist ein intelligentes Messsystem (Smart Meter). Ohne verschiebbare Verbraucher ist der Vorteil gegenüber einem günstigen Festpreis meist klein. Wie Anbieter, Smart Meter und KI-gestützte Steuerung zusammenspielen, erklären wir im Ratgeber Dynamische Stromtarife mit Solaranlage. Wer ein E-Auto hat, findet im Beitrag Wallbox mit Solarstrom laden die passende Ladestrategie.
Wie hilft eine Solaranlage mit Speicher?
Eine Photovoltaikanlage liefert genau dann Strom, wenn die Börsenpreise mittags ohnehin niedrig sind. Ein Batteriespeicher verschiebt den eigenen Solarstrom in die teuren Abendstunden — und kann in Kombination mit einem dynamischen Tarif im Winter zusätzlich in günstigen Netzstunden laden. So sinkt der Netzbezug genau in den Stunden, in denen der Strompreis am höchsten ist. Mehr dazu auf unserer Seite Solaranlage mit Speicher; wer bereits eine Anlage hat, kann einen Speicher nachrüsten. Wann die eigene Anlage heute am meisten Strom liefert, zeigt der Sonnen-Tagesplaner.
Was regelt das Solarspitzengesetz bei negativen Preisen?
Für Solaranlagen, die seit dem 25. Februar 2025 in Betrieb gehen, gibt es in Zeiträumen mit negativem Börsenpreis keine Einspeisevergütung. Die entfallenen Zeiten werden am Ende des 20-jährigen Vergütungszeitraums angehängt. Neuanlagen ohne Smart Meter und Steuerbox dürfen bis zu deren Einbau höchstens 60 Prozent ihrer Leistung einspeisen. Eigenverbrauch, Speicher und Verbrauchsverschiebung werden dadurch wirtschaftlich wichtiger.
Woher stammen die Daten?
Alle Preise sind Day-Ahead-Großhandelspreise der Gebotszone Deutschland-Luxemburg, veröffentlicht von der Bundesnetzagentur auf SMARD.de unter der Lizenz CC BY 4.0. Seit Oktober 2025 wird der Day-Ahead-Markt in Viertelstunden gehandelt; Stundenwerte auf dieser Seite sind das Mittel der vier Viertelstunden. Solar- und Ökostromanteil beruhen auf den Ist-Erzeugungsdaten von SMARD, die einige Stunden nachlaufen. Die Seite aktualisiert sich alle 15 Minuten. Wir rechnen nichts hoch und zeigen keine Preisprognosen.
Günstigen Strom selbst erzeugen
Der günstigste Strom ist der vom eigenen Dach: Als Elektro-Meisterbetrieb aus Hoppegarten planen und installieren wir Photovoltaik, Speicher und Wallbox in ganz Berlin und Brandenburg — Solaranlage ab 800 €/kWp (ohne Speicher), bezahlt erst nach Inbetriebnahme.